Ferienimmobilie finanzieren — was Banken wirklich fordern

Ferienwohnung oder Ferienhaus an Nordsee oder Ostsee: Banken rechnen hier anders als beim Hauptwohnsitz — 30–40 % Eigenkapital, Zinsaufschläge von bis zu 0,5 % und keine KfW-Förderung. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, was das konkret bedeutet, welche Banken Ferienimmobilien finanzieren und wie Sie Mieteinnahmen für bessere Konditionen nutzen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ferienimmobilien brauchen 30–40 % Eigenkapital — doppelt so viel wie beim Hauptwohnsitz
  • Zinsaufschlag gegenüber Hauptwohnsitz: 0,2–0,5 % — bei 260.000 € Darlehen über 10 Jahre bis zu 13.000 € mehr
  • Mieteinnahmen können zu 60–80 % angerechnet werden — aber nicht bei allen Banken
  • KfW-Förderung gibt es für Ferienimmobilien nicht — weder als Kapitalanlage noch als Zweitwohnsitz
  • Bei Vermietung: Steuervorteile vorhanden, aber Zweitwohnungsteuer in Ferienorten bis 16 % der Jahreskaltmiete einplanen

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Warum Banken Ferienimmobilien anders bewerten

Eine Ferienimmobilie ist für Banken kein Standardkredit. Beim Hauptwohnsitz hat der Kreditnehmer ein starkes Interesse, die Rate zu bezahlen — er wohnt darin. Bei einer Ferienwohnung fällt dieses Sicherheitsnetz weg: Im Ernstfall wird die Immobilie eher aufgegeben als die Hauptwohnung. Das erhöht das Ausfallrisiko, und Banken preisen dieses Risiko in Zinssatz und Eigenkapitalanforderungen ein.

Hinzu kommt: Ferienimmobilien in begehrten Lagen wie Sylt, Scharbeutz oder St. Peter-Ording sind teuer und illiquide. Muss eine Bank zwangsversteigernd eingreifen, ist die Verwertung schwieriger als bei einer Eigentumswohnung in einer Großstadt. Das schlägt sich direkt in strengeren Kreditvergaberegeln nieder.

KriteriumHauptwohnsitzFerienimmobilie
Eigenkapital (min.)15–20 %30–40 %
Zinsaufschlag0 %+0,2–0,5 %
KfW-FörderungJaNein
Mieteinnahmen anrechenbarJa (60–80 %)
Banken, die finanzierenFast alleAuswahl

Stand: April 2026. Quelle: Erfahrungswerte aus der Beratungspraxis, 400+ Bankpartner.

Nicht alle Banken finanzieren Ferienimmobilien überhaupt. Von unseren 400+ Bankpartnern lehnen einige Ferienwohnungen grundsätzlich ab, andere finanzieren nur in bestimmten Lagen oder bis zu bestimmten Kaufpreisen. Genau deshalb ist der Vergleich bei Ferienimmobilien noch wichtiger als beim Standarddarlehen.

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Eigenkapital — so viel brauchen Sie wirklich

Der häufigste Fehler bei der Ferienimmobilien-Finanzierung: Käufer planen mit 20 % Eigenkapital wie beim Hauptwohnsitz und werden von der Bank abgelehnt. Bei Ferienimmobilien sind 30 % das Minimum — 35–40 % sind realistischer, wenn Sie gute Konditionen wollen.

Vollständige Kostenrechnung: Ferienwohnung Scharbeutz (70 m²)

PositionBetrag
Kaufpreis (70 m² × 4.800 €/m²)336.000 €
Grunderwerbsteuer (6,5 % SH)21.840 €
Notarkosten (~1,5 %)5.040 €
Grundbucheintragung (~0,5 %)1.680 €
Nebenkosten gesamt28.560 €
Gesamtkosten364.560 €
Eigenkapital-SzenarioEK-QuoteEK benötigtDarlehenRate/Monat*
Mindestanforderung30 %100.800 € + NK235.200 €1.332 €
Gute Konditionen35 %117.600 € + NK218.400 €1.220 €
Beste Konditionen40 %134.400 € + NK201.600 €1.109 €

*Basis: 10 Jahre Zinsbindung, 3,8 % Sollzins (Ferienimmobilie), 2 % Tilgung, Stand April 2026. Nebenkosten (28.560 €) müssen zusätzlich aus Eigenkapital bestritten werden.

Wichtig: Die Nebenkosten (28.560 € in diesem Beispiel) müssen Sie immer aus eigenen Mitteln bestreiten — sie werden nicht mitfinanziert. Ihr tatsächlicher Eigenkapitalbedarf liegt also immer über dem reinen EK-Anteil am Kaufpreis.

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Mieteinnahmen anrechnen — so funktioniert es in der Praxis

Wer eine Ferienimmobilie als Kapitalanlage kauft, kann Mieteinnahmen als Einkommensbestandteil in die Bankprüfung einbringen. Das verbessert die Bonität und kann ein höheres Darlehen ermöglichen. In Beratungsgesprächen sehen wir aber regelmäßig, wie unterschiedlich Banken dieses Thema handhaben.

Was Banken als Nachweis akzeptieren

Banken akzeptieren in der Regel drei Arten von Nachweisen:

Beispiel: Wie Mieteinnahmen die Bonität verbessern

SzenarioEinkommen BasisMieteinnahmen (Jahr)Angerechnet (70 %)Gesamteinkommen
Ohne Mietanrechnung4.500 € netto/Monat4.500 €/Monat
Scharbeutz, 28 Wochen vermietet4.500 € netto/Monat25.200 €/Jahr17.640 €/Jahr5.970 €/Monat

Basis: 900 €/Woche Mieteinnahmen Scharbeutz (Niedersaison 600 €, Hochsaison 1.200 €, Ø 900 €). 28 Belegungswochen = 25.200 €/Jahr. 70 % Anrechnungsquote = 1.470 €/Monat zusätzliches Einkommen.

Dieser Einkommenseffekt kann den Unterschied machen: Mit 5.970 € effektivem Monatseinkommen erhöht sich die maximale Monatsrate von ca. 1.575 € auf ca. 2.090 € (35 % Belastungsgrenze) — das ermöglicht ein deutlich größeres Darlehen.

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Steuerliche Aspekte — Vorteile nutzen, Fallen vermeiden

Bei Vermietung: Steuern auf Mieteinnahmen, aber auch Abzüge

Vermieten Sie Ihre Ferienimmobilie, sind die Mieteinnahmen steuerpflichtig. Das klingt nachteilig — ist aber nur die halbe Wahrheit. Gleichzeitig können Sie folgende Kosten als Werbungskosten absetzen:

Steuerbeispiel: Scharbeutz-Wohnung, 336.000 € Kaufpreis

Mieteinnahmen (28 Wochen × 900 €)25.200 €
./. Zinsen (3,8 % auf 220.000 € Darlehen)–8.360 €
./. AfA (2 % × 270.000 € Gebäudewert)–5.400 €
./. Nebenkosten, Hausgeld, Versicherung–4.200 €
Zu versteuernder Überschuss7.240 €

Bei 35 % Grenzsteuersatz: ca. 2.534 € Steuerlast auf die Mieteinnahmen — trotz 25.200 € Bruttoeinnahmen.

Zweitwohnungsteuer — oft unterschätzt

In beliebten Ferienorten erheben Gemeinden eine Zweitwohnungsteuer. Diese gilt, wenn Sie die Immobilie als persönlichen Zweitwohnsitz nutzen — nicht bei reiner Fremdvermietung. Die Steuersätze variieren stark:

OrtZweitwohnungsteuerBeispiel (Jahreskaltmiete 12.000 €)
Sylt16 %1.920 €/Jahr
St. Peter-Ording10 %1.200 €/Jahr
Scharbeutz10 %1.200 €/Jahr
Hamburg (Zweitwohnsitz)8 %960 €/Jahr

Stand: April 2026. Bei dauerhafter Fremdvermietung entfällt die Zweitwohnungsteuer in den meisten Gemeinden.

Spekulationssteuer: 10-Jahres-Frist beachten

Verkaufen Sie die Ferienimmobilie innerhalb von 10 Jahren nach dem Kauf mit Gewinn, fällt Spekulationssteuer an — in voller Höhe des Gewinns mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz. Die Steuerfreiheit nach 10 Jahren gilt auch für Ferienimmobilien, anders als beim Hauptwohnsitz gibt es keine Ausnahme bei Selbstnutzung in den letzten drei Jahren. Planen Sie also langfristig.

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Ferienimmobilien an Nordsee und Ostsee — was Sie in der Praxis erwarten

Die Küstenregionen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns sind die beliebtesten Ferienimmobilienmärkte in Norddeutschland — mit sehr unterschiedlichen Preisniveaus und Renditemöglichkeiten.

StandortØ Preis ETW/m²Typische WochenmieteGrESt
Sylt (Westerland)7.500–10.000 €1.500–3.500 €6,5 %
St. Peter-Ording4.500–6.500 €800–2.000 €6,5 %
Scharbeutz / Timmendorfer Strand4.000–5.500 €700–1.500 €6,5 %
Rügen / Usedom (MV)3.500–5.000 €600–1.800 €6,0 %

Stand: April 2026. Wochenmieten variieren stark nach Saison, Lage und Ausstattung.

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Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Ferienimmobilie?

Mindestens 30 % des Kaufpreises — plus die gesamten Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch) aus eigenen Mitteln. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € in Schleswig-Holstein bedeutet das mindestens 120.000 € Eigenkapital plus rund 34.000 € Nebenkosten — insgesamt 154.000 €. Für gute Konditionen planen Sie besser mit 35–40 %.

Können Mieteinnahmen bei der Finanzierung angerechnet werden?

Ja, bei vielen Banken zu 60–80 %. Voraussetzung ist ein glaubwürdiger Vermietungsnachweis: bestehende Buchungen, ortsübliche Mietprognosen oder ein Vermietungskonzept. Nicht alle Banken machen das — genau deshalb ist der Vergleich von 400+ Banken hier besonders wichtig. Der Unterschied kann über Genehmigung oder Ablehnung entscheiden.

Bekomme ich KfW-Förderung für eine Ferienimmobilie?

Nein. KfW-Programme setzen den Hauptwohnsitz voraus — weder KfW 300 (Familien) noch KfW 124 (Wohngebäude) sind für Ferienwohnungen oder -häuser anwendbar. Das gilt sowohl für reine Kapitalanlagen als auch für Zweitwohnsitze.

Welche Steuern fallen beim Kauf einer Ferienimmobilie an?

Grunderwerbsteuer je nach Bundesland: Schleswig-Holstein 6,5 %, Hamburg 5,5 %, Mecklenburg-Vorpommern 6,0 %. Plus Notar (~1,5 %) und Grundbuch (~0,5 %). Als Zweitwohnsitz zusätzlich Zweitwohnungsteuer — in Sylt bis zu 16 % der Jahreskaltmiete. Bei Vermietung: Mieteinnahmen steuerpflichtig, aber Zinsen, AfA und laufende Kosten voll absetzbar.

Was ist der Unterschied zwischen Kapitalanlage und Eigenbedarf bei der Finanzierung?

Bei reiner Kapitalanlage (dauerhafte Vermietung) rechnen Banken Mieteinnahmen auf Ihre Bonität an. Bei Eigenbedarf (Zweitwohnsitz) zählt nur Ihr Haupteinkommen ohne Mietanrechnung — das verschlechtert die Kreditwürdigkeit. Die Eigenkapitalanforderungen sind bei Zweitwohnsitz mit 35–40 % tendenziell höher als bei reiner Kapitalanlage (30 %).

Wie hoch ist der Zinsaufschlag für Ferienimmobilien?

In der Praxis sehen wir Aufschläge von 0,2–0,5 % gegenüber einer vergleichbaren Hauptwohnsitz-Finanzierung. Bei 260.000 € Darlehen und 10 Jahren Zinsbindung bedeutet 0,5 % Aufschlag rund 13.000 € mehr Zinskosten. Der Bankenvergleich zahlt sich bei Ferienimmobilien deshalb besonders aus.

Fazit

Eine Ferienimmobilie zu finanzieren ist möglich — aber anspruchsvoller als eine Hauptwohnsitz-Finanzierung. Wer 30–40 % Eigenkapital mitbringt, Mieteinnahmen glaubwürdig nachweisen kann und die richtige Bank findet, bekommt auch gute Konditionen. Die entscheidenden Fehler sind: zu wenig Eigenkapital einplanen, Nebenkosten vergessen und nur bei einer Bank anfragen. Fangen Sie deshalb früh an — ich zeige Ihnen, was bei Ihrer Situation realistisch möglich ist.

Ferienimmobilien-Finanzierung besprechen — kostenlose Erstberatung mit Tomasz Wierzbicki

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Über den Autor

Tomasz J. Wierzbicki ist unabhängiger Baufinanzierungsberater mit §34i GewO-Zulassung. Er berät Käufer in Hamburg, Lübeck und der gesamten Küstenregion — mit Zugang zu 400+ Bankpartnern. Sein Schwerpunkt: Finanzierungen, bei denen die Standardbank ablehnt.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Finanzberatung dar. Tomasz J. Wierzbicki ist als Finanzanlagenvermittler gem. §34i GewO zugelassen. Für verbindliche Aussagen zu Ihrer Finanzierung lassen Sie sich bitte persönlich beraten. Stand: April 2026.